diff --git a/Radikaler Epistemolismus.md b/Radikaler Epistemolismus.md index b7cb537..5ae541e 100644 --- a/Radikaler Epistemolismus.md +++ b/Radikaler Epistemolismus.md @@ -114,7 +114,7 @@ In der heutigen digitalen Infrastruktur entsteht die Möglichkeit, an diese Idee Die digitale Agora ist kein Ort des Urteils, sondern der Einladung mitzugehen, mitzudenken, zu widersprechen und weiterzudenken. Wer sich dort zeigt, gibt etwas preis ohne sich bloßzustellen und den eigenen Erkenntnisweg zur Verfügung zu stellen. Und vielleicht wird genau dadurch wissenschaftliche Kommunikation wieder das, was sie zu Beginn war: ein gemeinsames Ringen um verstehbare Welt. -## Was folgt daraus? +# Was folgt daraus? Die Offenlegung des Denkens führt zu einer Praxis, in der Verantwortung als integraler Bestandteil wissenschaftlicher Arbeit verstanden wird – im Ergebnis ebenso wie im Verlauf. Erkenntnis gewinnt an Tiefe, wenn ihr Weg sichtbar bleibt. Die Schritte dahin, ihre Revisionen und Übergänge, bilden eine nachvollziehbare Geschichte, die mitgetragen und mitgedacht werden kann. Wissenschaftliche Teilhabe erhält unter diesen Bedingungen neue Formen. Menschen mit unterschiedlichen Zugängen, Erfahrungen und Perspektiven können sich beteiligen – in der Rezeption, im Dialog, in der Weiterentwicklung. Das Zusammenspiel von Prozess und Produkt schafft Räume, in denen sowohl Tiefe als auch Anschluss möglich werden. Veröffentlichungen entstehen nicht allein aus formalen Kriterien, sondern durch ihre Verankerung im Kontext. Bedeutung erhält, was eingebettet ist: zeitlich, argumentativ, nachvollziehbar. So entsteht ein wissenschaftlicher Raum, der Entwicklung sichtbar hält – nicht als Zwischenstadium, sondern als wesentlichen Teil des Erkenntnisgeschehens. @@ -122,9 +122,13 @@ Der radikale Epistemolismus steht damit für eine erweiterte Verantwortungsgemei # Systemische Einladung zur Mitwirkung -Diese Veröffentlichung ist eine Einladung an alle, die denken, schreiben, zweifeln, überarbeiten. Die Infrastruktur ist vorhanden – Git, Markdown, DOI, Webseiten, Lizenzmodelle. Wer will, kann sie nutzen. Wer kann, darf sie hinterfragen. Wer beginnt, darf mitgehen. +Die hier vorgestellte Praxis versteht sich als Einladung an alle, die Denkprozesse nachvollziehbar gestalten möchten – schreibend, fragend, formulierend, überarbeitend. Im Zentrum steht kein abgeschlossenes Modell, sondern eine offene Struktur, die geteilt, erweitert und situativ angepasst werden kann. -> Radikaler Epistemolismus heißt nicht: Ich weiß. Sondern: Ich lege offen, was ich (noch nicht) weiß – damit es gemeinsam weiterentwickelt werden kann. +Die dafür nötigen Werkzeuge stehen bereit. Git, Markdown, DOI-Vergabe, kuratierte Webseiten und transparente Lizenzmodelle bilden eine Infrastruktur, die im Alltag erprobt ist. Sie ermöglicht Sichtbarkeit, Rückverfolgbarkeit und Anschluss, unabhängig von institutionellen Rahmen. + +Mitwirken beginnt mit Aufmerksamkeit. Wer sich auf diese Form des Arbeitens einlassen möchte, kann sie erproben, weiterdenken und in eigene Kontexte überführen. Die Einladung richtet sich an alle, die an Wissenschaft im Werden interessiert sind – und an der Frage, wie sich Erkenntnis nachvollziehbar gestalten lässt. + +> Radikaler Epistemolismus eröffnet die Möglichkeit, Wissen zu formulieren und zugleich dessen Entstehung sichtbar zu begleiten – gemeinsam, nachvollziehbar, dialogisch. # Vision: Der digitale Marktplatz des Denkens