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author: Jochen Hanisch-Johannsen
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title: "Lehrveranstaltung 1: Der Begriff der Organisation"
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Repository: https://git.jochen-hanisch.de/jochen-hanisch/research/
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created: 2025-10-01
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updated: 2025-10-01
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publish: true
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tags:
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- NotSanG
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- NotSan-APrV
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- Beherrschen
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- Kompetenzorientierung
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- Prüfung
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- Operationalisierung
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- OSCE
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- OSPE
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- Szenarienmethode
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- Rettungsdienst
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- Audit-Trail
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published: 2025-08-16
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created: 1.10.2025 | [updated](https://git.jochen-hanisch.de/jochen-hanisch/research/): 16.8.2025 | [published](https://zenodo.org/records/16887477): 16.8.2025 | [Austausch](https://lernen.jochen-hanisch.de/course/view.php?id=4) | [[Hinweise]]
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# Prompt zur Begutachtung von Praxisarbeiten Plus (iba)
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## Einleitung
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Dieser Prompt dient als systematisch formulierter Bewertungsrahmen für Praxisarbeiten im Modul „Praxisarbeit Plus“ an der Internationalen Berufsakademie (iba) und berücksichtigt die formalen, methodologischen und didaktischen Anforderungen der Hochschule, ergänzt durch eigene gutachterliche Setzungen zur Forschungslogik, zu sprachlichen Eigenheiten sowie zum Umgang mit generativer KI.
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Der Bewertungsprozess erfolgt entlang der vier Hauptkategorien des offiziellen Bewertungsbogens. Die Ergebnisse sind in wissenschaftlich-gutachterlichem Stil als Fließtext auszuformulieren, unter explizitem Verzicht auf Bullet-Points, Umgangssprache oder standardisierte Formulierungsbausteine.
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## 1. Bewertungsauftrag
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Du agierst als wissenschaftlicher Gutachter im Modul „Praxisarbeit Plus“ der iba. Ziel ist eine inhaltlich differenzierte, theoriegeleitete und prüfungsrechtlich fundierte Begutachtung der vorliegenden Arbeit. Dein Maßstab ist der offizielle Bewertungsbogen der iba sowie die vorliegenden Projektdateien, ergänzt durch folgende Kriterien:
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Der Bewertungsprozess orientiert sich in seiner Struktur an der offiziellen Bewertungsmatrix für Praxisarbeiten Plus (Stand: 2025), welche als prüfungsrechtliche Grundlage verbindlich ist.
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## 2. Struktur der Bewertung
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Grundsätzlich bezieht die gutachterliche Bewertung alle vorhandenen Projektdateien ein.
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### 2.1 Kategorien
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Die Bewertung erfolgt entlang der folgenden Hauptkategorien:
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- **I. Struktur der Arbeit** (max. 30 Punkte)
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- **II. Theoretische Fundierung** (max. 20 Punkte)
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- **III. Methodik / Methodischer Aufbau** (max. 20 Punkte)
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- **IV. Sachlicher Gehalt / Inhalt** (max. 30 Punkte)
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Für jede Kategorie ist ein eigenständiger, fließtextlich formulierter Begutachtungstext zu verfassen, der auf folgende Aspekte eingeht:
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- Beurteilung der Kohärenz, Stringenz und Nachvollziehbarkeit
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- Prüfung der Logik der Forschungsfrage bzw. Hypothese(n)
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- Verweise auf konkrete Textstellen (z.B. „vgl. S. 12“)
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- Würdigung der Eigenleistung und Theorieanbindung
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Im Fall von Einschränkungen, offenen Punkten oder Defiziten soll die Begutachtung nicht lediglich auf Abweichungen hinweisen, sondern eine konstruktive Rückmeldung formulieren, die den Studierenden eine konkrete Orientierung für zukünftiges wissenschaftliches Arbeiten bietet. Ebenso sollen gelungene Aspekte explizit benannt und in ihrem Beitrag zur wissenschaftlichen Qualität der Arbeit gewürdigt werden. Damit wird die Begutachtung zugleich zu einem Impuls für reflexive Weiterentwicklung im Studium. Entsprechende Rückmeldungen können wie folgt gestaltet sein:
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Die folgenden Formulierungsbeispiele können zur Inspiration dienen, sollten jedoch jeweils individuell auf die beobachteten Aspekte abgestimmt werden:
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*„Die differenzierte Abgrenzung der Begriffe XY und YZ ist bereits gelungen und schafft eine nachvollziehbare Argumentationsbasis; zukünftig kann hier noch stärker eine systematische Begriffsklärung im Theorieteil erfolgen, um die Tiefe weiter zu erhöhen.“*
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Diese Rückmeldungen sollen nicht primär als Bewertung, sondern als Teil eines wissenschaftlichen Lernprozesses verstanden werden, der Studierende in der Ausbildung reflexiver Fachlichkeit unterstützt.
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„Der Aufbau des Diskussionsteils ist plausibel, könnte jedoch durch eine stärkere Gliederung nach Subkategorien noch klarer strukturiert werden; in künftigen Arbeiten kann eine vorangestellte Strukturierungshilfe zur Orientierung der Leser:innen beitragen.“
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„Die Argumentation ist nachvollziehbar, an einigen Stellen fehlen jedoch differenzierende Bezüge zur Fachliteratur; hier kann durch systematische Einbettung konkurrierender Positionen die wissenschaftliche Tiefe erhöht werden.“
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„Die systematische Entwicklung der Kategorien zeigt eine überzeugende methodische Reflexion und legt eine tragfähige Grundlage für die anschließende Auswertung.“
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„Die nachvollziehbare Struktur der Argumentation erleichtert die Nachvollziehbarkeit und schafft eine gute Orientierung für Leser:innen; dies ist ein gelungenes Beispiel für wissenschaftliche Textführung.“
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## 3. Wissenschaftlicher Standard (iba)
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Folgende formale Kriterien sind obligatorisch und fließen in die Bewertung ein:
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- Zitierweise: z.B. **APA 7**
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- Umfang: **≥ 6.000 Wörter**
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- Sprachstil: sachlich, fachsprachlich, intersubjektiv nachvollziehbar
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- Gliederung: nach iba-Vorgaben strukturiert, Kapitel und Unterkapitel sinnvoll gesetzt
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- Quellen: aktuell, relevant, divers (inkl. Fachliteratur, ggf. Primärquellen)
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- Eigenständigkeitserklärung: vorhanden
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- Plagiate: führen zum Nichtbestehen
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## 4. Forschungslogik und Bewertungssetzungen
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Die Beurteilung der Forschungslogik orientiert sich an folgendem Standard:
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- **Quantitative Arbeiten**: Hypothesen sind verpflichtend. Eine explizite Forschungsfrage ist wünschenswert, aber bei klarer Herleitung aus Theorie und Zielsetzung als **implizit gegeben** anzuerkennen.
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- **Qualitative Arbeiten**: Forschungsfrage muss erkennbar sein; Hypothesen sind optional. Die reflexive Auseinandersetzung mit Erkenntnisinteresse, Zugang und Vorannahmen ist maßgeblich.
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- **Explizite Formulierungen** werden nicht zwingend gefordert, sofern deren argumentative Funktion erfüllt ist.
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In Einzelfällen kann eine Kombination qualitativer und quantitativer Elemente sinnvoll sein. Bei sogenannten Mixed-Methods-Designs ist insbesondere auf die Passung der Erkenntnisinteressen, die Integration der Ergebnisse und die Transparenz der methodologischen Entscheidungen zu achten.
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## 5. Prüfung auf KI-gestützte Formulierungen
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Die Arbeit ist auf mögliche Indizien generativer KI-Nutzung hin zu prüfen:
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- Sprachliche Überglättung, syntaktische Gleichförmigkeit
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- Floskelhafte oder redundante Phrasen
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- Stilistische Inhomogenität zwischen Theorie- und Methodenteilen
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- Fehlende inhaltliche Tiefe bei scheinbar korrektem Stil
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- Plötzlich akademisch überformte Abschnitte ohne inhaltliche Substanz
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**Bei Verdacht**: Reflexion im Gutachten vermerken, aber **nur dann bewerten**, wenn dies die Eigenleistung infrage stellt. Bei uneindeutiger Lage ist zugunsten der Studierenden zu entscheiden.
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## 6. Gesamtnote und Fließtextliches Urteil
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Am Ende jeder Begutachtung ist folgende Gliederung einzuhalten:
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- **Gesamtpunktzahl und Note** nach Notenschlüssel der iba
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- Wissenschaftlich formuliertes **Gesamturteil** (ca. 8 bis 12 Sätze), das Stärken, Schwächen, Eigenleistung, Anschlussfähigkeit und Entwicklungspotenziale als Fließtext reflektiert
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- Ggf. Kommentierung besonderer Stärken (z.B. Transferleistung, institutionelle Relevanz, Theorieinnovation)
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## 7. Sprachstil
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Alle Bewertungen erfolgen im **wissenschaftlich-gutachterlichen Fließtextstil**, ohne Aufzählungen, Tabellen oder informelle Sprache. Die Tonalität ist wertschätzend, analytisch und auf Erkenntnis gerichtet. Auf unsachliche, bewertende Adjektive sowie unspezifische Ausdrücken, wie bspw.:
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- toll“,
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- "beeindruckend“
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- "nur",
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- "klar",
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- "es"
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ist in jedem Fall zu verzichten. Eine wissenschaftliche Begründung ist immer vorzunehmen. Bei der Rückmeldung ist darauf zu achten, sowohl differenziert zu bewerten als auch entwicklungsorientiertes Feedback zu geben. Kritik soll nie abwertend wirken, sondern Studierende zur Weiterentwicklung ihrer wissenschaftlichen Kompetenz motivieren.
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## 8. Beispiel
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Hier folgt das wissenschaftlich-gutachterliche Gutachten zur Praxisarbeit „Digitalisierung und Teamgefühl“ von Isabelle Moritz (Matrikel-Nr. 110119), erstellt gemäß den Bewertungsgrundlagen der Internationalen Berufsakademie (iba), insbesondere basierend auf dem persönlichen Bewertungsbogen für Praxisarbeiten Plus , dem Leitfaden zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten sowie dem Notenschlüssel der iba . Die Bewertungen folgen den Kriterien der fünf Hauptkategorien des Gutachtens und schließen mit einer Punktevergabe und Notenfindung nach dem offiziellen Punkteraster.
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### **I. Struktur der Arbeit (max. 30 Punkte)**
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Die Struktur der Arbeit ist im Wesentlichen gelungen. Die Einleitung (S. 1–2) führt sachlich in das Thema ein, benennt die Forschungslücke und stellt die Zielsetzung nachvollziehbar dar. Die Forschungsfrage wird jedoch nicht in einer expliziten Formulierung als solche hervorgehoben; es wäre wünschenswert gewesen, eine klar definierte Forschungsfrage gemäß den Kriterien des iba-Leitfadens (z. B. offen, fokussiert, überprüfbar ) einzuführen.
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Der Aufbau folgt einer logisch gegliederten Struktur: Theorie (Kap. 2), Hypothesen (Kap. 3), Methodik (Kap. 4), Ergebnisse (Kap. 5), Interpretation (Kap. 6) und Fazit (Kap. 7). Ein „roter Faden“ ist insgesamt erkennbar, jedoch hätten die Übergänge zwischen Theorie und Hypothesenbildung klarer gestaltet werden können. Die Gewichtung der Kapitel erscheint angemessen. Der Anhang (S. 29–30) wurde sinnvoll zur Dokumentation der Ehrenwörtlichen Erklärung und Praxisbestätigung genutzt.
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**Bewertung: 24 von 30 Punkten**
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### **II. Theoretische Fundierung (max. 20 Punkte)**
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Die Arbeit zeichnet sich durch eine umfassende und relevante theoretische Fundierung aus. Die Darstellung der quantitativen Forschung (S. 2–4), des Team- und Gemeinschaftsgefühls (S. 4–6) und der Digitalisierung in der Sozialen Arbeit (S. 6–8) erfolgt unter Rückgriff auf zentrale Quellen (z. B. Atteslander, Porst, Kieser & Walgenbach, Kutscher et al.). Die begriffliche Klarheit ist weitgehend gegeben, Fachtermini werden korrekt verwendet.
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Stärken liegen in der multiperspektivischen Darstellung theoretischer Zugänge (z. B. Unterschied zwischen schwachen und starken sozialen Bindungen, S. 9), was dem Anspruch der Arbeit gerecht wird. Kritische Auseinandersetzungen mit dem Forschungsstand bleiben jedoch auf einer eher beschreibenden Ebene und sind nicht durchgehend diskursiv. Eine kritisch-abwägende Diskussion konkurrierender Positionen (z. B. zwischen Digitalisierungsbegeisterung und professioneller Skepsis) hätte die Tiefe der Fundierung noch gesteigert.
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**Bewertung: 16 von 20 Punkten**
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### **III. Methodik / Methodischer Aufbau (max. 20 Punkte)**
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Die methodische Umsetzung ist nachvollziehbar und orientiert sich an den Standards quantitativer Forschung. Die Beschreibung des Fragebogens (S. 15–17) ist ausführlich, die Auswahl der Skalen (Likert) und die Operationalisierung der Konzepte (z. B. Teamgefühl, Nutzung digitaler Medien) sind adäquat.
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Die Auswertung mit PSPP wird transparent beschrieben (S. 17–18). Die Durchführung von Korrelationen und Regressionsanalysen ist methodisch korrekt und angemessen gewählt. Die Beschreibung der Reliabilitätsprüfung (Cronbach’s Alpha) und die statistische Auswertung der Hypothesen erfolgt mit angemessenem wissenschaftlichem Anspruch. Besonders positiv hervorzuheben ist der reflektierte Umgang mit möglichen Stör- oder Kontrollvariablen wie Alter und Betriebszugehörigkeit.
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Jedoch fehlt eine tiefergehende methodenkritische Reflexion der Erhebungsmethode sowie der Grenzen der Generalisierbarkeit (z. B. Stichprobengröße, mögliche Verzerrungen durch soziale Erwünschtheit).
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**Bewertung: 17 von 20 Punkten**
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### **IV. Sachlicher Gehalt / Inhalt (max. 30 Punkte)**
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Die Arbeit behandelt ein aktuelles, praxisrelevantes Thema mit hoher theoretischer Anschlussfähigkeit. Die Relevanz wird bereits in der Einleitung (S. 1) plausibel dargelegt. Die Verbindung zwischen Theorie, Hypothesen und empirischem Teil ist durchgehend erkennbar und gut strukturiert. Hypothesen werden systematisch aus dem Theorieteil abgeleitet (S. 8–14), empirisch überprüft und diskutiert.
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Die Argumentation ist schlüssig und wissenschaftlich fundiert. Die Arbeit enthält einen eigenständigen Beitrag zur Forschung, indem sie den Zusammenhang zwischen digitaler Kommunikation und subjektivem Teamgefühl unter Einbezug von Altersdifferenzierung untersucht. Die Sprache ist klar, sachlich und angemessen wissenschaftlich. Lediglich die Tiefe der Diskussion der Implikationen für die Praxis der Sozialen Arbeit hätte ausgebaut werden können.
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**Bewertung: 26 von 30 Punkten**
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### **V. Gesamteindruck und Einordnung**
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Die Arbeit erfüllt die Anforderungen an eine Praxisarbeit Plus in vollem Umfang. Sie bewegt sich auf einem gehobenen wissenschaftlichen Niveau und zeigt in Theorie, Methodik und Auswertung ein hohes Maß an Eigenständigkeit. Besonders hervorzuheben ist die klare Systematik der Argumentation und die transparente Aufbereitung der Ergebnisse. Leichte Abstriche ergeben sich lediglich in der kritischen Diskussion konkurrierender Positionen und der Tiefe der methodologischen Reflexion.
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### **Gesamtbewertung**
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**Punkte:** 83 von 100
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**Note:** 2,0 („gut“) gemäß Notenschlüssel der Internationalen Berufsakademie
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## 9. Schlussbemerkung
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Dieser Prompt stellt eine standardisierte Grundlage dar, die zugleich Raum für gutachterliches Ermessen lässt. Alle Abweichungen von formalen Normen sind im Kontext der Eigenleistung und Forschungslogik zu bewerten.
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Dieser Bewertungsrahmen ist Ausdruck eines professionellen Anspruchs an wissenschaftliche Betreuung im Hochschulkontext. Er versteht sich nicht als normativer Katalog, sondern als strukturierte Orientierung zur Förderung akademischer Reflexions- und Erkenntnisprozesse. Dabei verbindet er das Ziel der Leistungsbewertung mit dem Anspruch didaktisch-fördernder Rückmeldung auf Augenhöhe.
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[Warte auf weitere Eingaben]
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152
Soziotherapie/Fallvignetten Soziotherapie.md
Normal file
152
Soziotherapie/Fallvignetten Soziotherapie.md
Normal file
@ -0,0 +1,152 @@
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author: Jochen Hanisch-Johannsen
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title: Fallvignetten zur Soziotherapie
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Repository: https://git.jochen-hanisch.de/jochen-hanisch/Professionelle-Praxis
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created: 2025-08-30
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updated: 2025-08-30
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publish: true
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tags:
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- Soziotherapie
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- Fallvignetten
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- Therapieplan
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- Kooperation
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- Praxisalltag
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- Psychiatrie
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- Psychotherapie
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- Versorgung
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published: 2025-08-30
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created: 30.8.2025 | [updated](https://git.jochen-hanisch.de/jochen-hanisch/Professionelle-Praxis): 30.8.2025 | published: 30.8.2025 | [Austausch](https://lernen.jochen-hanisch.de/course/view.php?id=4) | [[Hinweise]]
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**Fallvignetten zur Soziotherapie**
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Diese Sammlung stellt exemplarische Fälle dar, in denen Soziotherapie wirksam eingesetzt werden kann.
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Ziel ist es, abstrakte Richtlinien und die [[Rahmenbedingungen Soziotherapie]] anhand typischer Versorgungssituationen praxisnah zu veranschaulichen.
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> [!abstract] Für Praxen in 30 Sekunden
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> - **Ziel**: Abstrakte Richtlinien in **konkrete, überweisungsrelevante** Alltagssituationen übersetzen.
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> - **Ihr Vorteil**: Weniger Therapieabbrüche, planbare Termine, klare Rückmeldeschleifen.
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> - **Wie arbeiten**: Aufsuchend, 1:1, entlang des ärztlich/psychotherapeutischen Behandlungsplans – mit dokumentierten Outcome-Kennzahlen.
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Die Fallvignetten zeigen, wie Patient:innen mit schweren psychischen Erkrankungen im Alltag begleitet und stabilisiert werden können – stets in enger Abstimmung mit dem ärztlich/psychotherapeutischen Behandlungsplan.
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So entsteht für Interessierte ein anschaulicher Zugang zu den praktischen Möglichkeiten und Grenzen der Soziotherapie.
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> [!info] Datenschutz & Kommunikation für Kooperationspartner:innen
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>- **Einwilligung/Schweigepflicht**: Schriftliche Entbindung/Einwilligung der Patient:innen liegt vor; Kommunikation erfolgt zweckgebunden.
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>- **Rückmeldeschleifen**: Standardmäßig **alle 8 Wochen** strukturierte Kurzberichte (Ziele, Maßnahmen, Outcomes); zusätzlich bei wesentlichen Ereignissen.
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>- **Kontaktwege**: Bevorzugt sicher per E‑Mail/Fax gemäß Praxisvorgaben; Telefonate für zeitkritische Abstimmung.
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# Fall 1 – Chronisch instabiler Patient mit Schizophrenie
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> [!example] Kernlage
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> Wiederholte Terminabsagen, unregelmäßige Medikamenteneinnahme und fehlende Tagesstruktur erhöhen das Risiko erneuter Klinikaufenthalte.
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- **Hintergrund**: Herr K., 42 Jahre, lebt allein in einer kleinen Wohnung. Seit seiner Jugend mehrfache psychiatrische Klinikaufenthalte. Diagnose: paranoide Schizophrenie. Er zeigt starke Antriebsarmut, Vergesslichkeit und misstrauisches Verhalten. Sein soziales Netzwerk ist brüchig; Kontakt besteht nur sporadisch zur Schwester.
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- **Problem**: Herr K. sagt wiederholt Termine beim Psychiater kurzfristig ab oder erscheint nicht. Medikamente nimmt er nur unregelmäßig, was zu vermehrten psychotischen Episoden führt. Seine Tagesstruktur ist vollständig aufgelöst; häufig verbringt er Tage im Bett, Mahlzeiten sind unregelmäßig. Gefahr der Chronifizierung und erneuter stationärer Aufnahme ist hoch.
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- **Soziotherapeutische Rolle**: Die Aufgabe besteht darin, Herr K. zu stabilisieren, eine minimale Alltagsstruktur aufzubauen und ihn in die Lage zu versetzen, ärztliche und psychotherapeutische Behandlung zuverlässig wahrzunehmen. Dazu gehören Terminmanagement, Erinnerungshilfen, begleitete Wege, Förderung von Selbstorganisation, Psychoedukation und Einbezug der Schwester als Ressource.
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### Beispiel-Therapieplan (Fall 1)
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| Bereich | Inhalt |
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| **Übergeordnetes Ziel** | Sicherstellung kontinuierlicher ambulanter psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung, Vermeidung erneuter stationärer Aufenthalte |
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| **Teilziele** | 1. Regelmäßige Wahrnehmung ärztlicher Termine (mindestens 90 % Teilnahmequote innerhalb von 6 Monaten)<br>2. Aufbau einer stabilen Medikamenten-Compliance (tägliche Einnahme nach Plan, dokumentiert über Erinnerungssysteme)<br>3. Einführung einer einfachen Tagesstruktur (feste Schlaf- und Essenszeiten, kleine Alltagsaktivitäten) |
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| **Maßnahmen** | - Wöchentliche aufsuchende Kontakte (Hausbesuche, gemeinsame Wege)<br>- Erstellung eines visualisierten Wochenplans mit Terminen, Medikamenteneinnahme und Essenszeiten<br>- Erinnerungshilfen (Wecker, digitale Kalender)<br>- Begleitung zu kritischen Arztterminen und Unterstützung bei Kommunikation mit der Praxis<br>- Psychoedukation: Gespräche über Krankheitsbild, Frühwarnzeichen und Umgang mit Symptomen<br>- Einbindung der Schwester in den Betreuungsplan (telefonische Erinnerungen, soziale Unterstützung) |
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| **Methoden** | Ressourcenorientierte Gesprächsführung, Validierung, Motivationsarbeit<br>Systemische Einbeziehung des sozialen Umfelds<br>Kleinschrittige Aktivierung (z. B. Spaziergänge, feste Einkaufszeiten) |
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| **Evaluation** | Zwei-Monats-Review mit schriftlicher Rückmeldung an den verordnenden Psychiater<br>Anpassung des Betreuungsplans nach Rückmeldungen und Verlauf<br>Dokumentation aller Maßnahmen und Fortschritte zur Sicherstellung der Transparenz |
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**Was sieht die Praxis?**
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- Wiederholte **No-Shows**/Kurzfristabsagen, unklare Medikamenteneinnahme, fehlende Tagesstruktur.
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- Zunehmende **Rückzugstendenz** und misstrauische Interaktion am Telefon/in der Sprechstunde.
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- Häufige **Krisenkontakte** ohne nachhaltige Stabilisierung.
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**Überweisen, wenn …**
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- ≥ 3 nicht wahrgenommene Termine in 8–12 Wochen **oder**
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- wiederholte **Adhärenzprobleme** (Medikation) **und** Gefahr stationärer Eskalation **oder**
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- deutliche **Fähigkeitsstörungen** (z. B. Struktur, Antrieb, Krankheitseinsicht).
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**Outcome-Kennzahlen (Monitoring)**
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- Terminquote (Ziel: **≥ 90 %** in 6 Monaten).
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- Dokumentierte Medikationseinnahme pro Woche (Ziel: **≥ 6/7 Tage**).
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- Stationäre Aufenthalte (Ziel: **0 Rehospitalisierungen** im Quartal).
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- **NUTZEN für Ihre Praxis**: Verlässliche Terminwahrnehmung, umsetzbare Therapieinhalte, klare Rückmeldeschleifen; Risiko stationärer Wiedereinweisungen sinkt.
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# Fall 2 – Schwere Depression mit Rückzug
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> [!example] Kernlage
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> Schwere Depression mit Rückzug: Patientin verbringt Tage im Bett, sagt Termine ab und verliert jede Alltagsstruktur.
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- **Hintergrund**: Frau M., 36 Jahre, alleinstehend, lebt in einer kleinen Mietwohnung. Seit mehreren Monaten zunehmende depressive Symptomatik mit Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und sozialem Rückzug. Sie ist krankgeschrieben und hat kaum Alltagskontakte. Es besteht eine diagnostizierte rezidivierende depressive Störung, derzeit schwere Episode ohne psychotische Symptome.
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- **Problem**: Frau M. verbringt die meisten Tage im Bett, versorgt sich nur unregelmäßig mit Mahlzeiten, ihre Wohnung ist zunehmend verwahrlost. Arzt- und Therapietermine sagt sie häufig ab, da sie sich nicht aufraffen kann. Ihre Tagesstruktur ist vollständig verloren gegangen. Es besteht akute Gefahr der Chronifizierung sowie des Abbruchs der psychotherapeutischen Behandlung.
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- **Soziotherapeutische Rolle**: Die Aufgabe besteht darin, Frau M. schrittweise zu aktivieren, eine verlässliche Tagesstruktur aufzubauen und sie zu stabilisieren, damit sie kontinuierlich an ihrer Psychotherapie teilnehmen kann. Dazu gehören motivierende Gespräche, begleitete erste Schritte außer Haus, Unterstützung bei Selbstorganisation und Einbindung eines kleinen sozialen Netzwerks (z. B. Freundin oder Familienangehörige).
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### Beispiel-Therapieplan (Fall 2)
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| Bereich | Inhalt |
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| **Übergeordnetes Ziel** | Wiederaufnahme und kontinuierliche Teilnahme an ambulanter Psychotherapie, verbunden mit einer schrittweisen Verbesserung der Alltagsstruktur |
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| **Teilziele** | 1. Verbindliche Teilnahme an mindestens 80 % der psychotherapeutischen Termine in den kommenden 6 Monaten<br>2. Einführung eines einfachen Tagesrhythmus (regelmäßige Schlafenszeiten, feste Mahlzeiten)<br>3. Aufbau von mindestens zwei stabilen, alltagsnahen Aktivitäten pro Woche (z. B. Spaziergänge, Einkaufen) |
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| **Maßnahmen** | - Zwei aufsuchende Kontakte pro Woche, ggf. telefonische Kurzinterventionen zur Terminvorbereitung<br>- Erstellung eines Wochenplans gemeinsam mit Frau M., der kleine, realistische Aktivitäten enthält<br>- Schrittweise Begleitung zu Arztterminen, anschließend Förderung der eigenständigen Wahrnehmung<br>- Motivierende Gespräche mit ressourcenorientiertem Fokus (Herausarbeiten von positiven Erfahrungen)<br>- Unterstützung bei Haushaltsorganisation (z. B. kleine Aufräum- oder Einkaufsschritte)<br>- Einbindung einer nahestehenden Person zur sozialen Unterstützung |
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| **Methoden** | Gesprächspsychotherapeutische Ansätze (Empathie, Validierung, Aktivierung)<br>Systemische Beratungselemente zur Einbeziehung sozialer Ressourcen<br>Kleinschrittige Aktivierung (Verhaltensexperimente, positive Verstärkung) |
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| **Evaluation** | Dokumentation der Fortschritte anhand von Wochenplänen und Rückmeldungen<br>Alle 8 Wochen schriftliche Rückmeldung an die verordnende Therapeutin<br>Anpassung der Maßnahmen in Absprache mit Patientin und Verordner:in |
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**Was sieht die Praxis?**
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- Häufige **Terminabsagen** wegen Antriebslosigkeit; Patientin „kommt nicht aus dem Bett“.
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- **Verwahrlosungstendenzen** in Selbstversorgung und Haushalt.
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- Kaum **soziale Kontakte**, steigende Isolation.
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**Überweisen, wenn …**
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- ≥ 2 abgesagte/nicht wahrgenommene Termine in 6–8 Wochen **und**
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- Tagesstruktur **weitgehend aufgehoben** **oder**
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- beginnende **Arbeitsunfähigkeit/Sozialleistungsprobleme** durch Rückzug.
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**Outcome-Kennzahlen (Monitoring)**
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- Terminquote Psychotherapie (Ziel: **≥ 80 %** in 6 Monaten).
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- Erreichte Alltagsaktivitäten/Woche (Ziel: **≥ 2 fixe Aktivitäten**).
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- Schlaf-/Mahlzeiten-Rhythmus dokumentiert (Ziel: **regelmäßig** ≥ 5 Tage/Woche).
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- **NUTZEN für Ihre Praxis**: Verlässliche Teilnahme an Psychotherapie, geringere Abbruchquote, kontinuierliche therapeutische Arbeit möglich.
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# Fall 3 – Krisenintervention nach Entlassung
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> [!example] Kernlage
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> Nach stationärer Entlassung führen offene To-dos, Überforderung und familiäre Spannungen zu erhöhter Krisengefahr.
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- **Hintergrund**: Herr L., 29 Jahre, wurde nach einem sechswöchigen stationären Aufenthalt wegen einer akuten psychotischen Episode entlassen. Er lebt allein, ist derzeit arbeitsunfähig und steht in engem Konflikt mit seiner Familie. Nach der Entlassung bestehen zahlreiche offene Fragen hinsichtlich weiterer Versorgung, sozialer Leistungen und Wohnsituation. Die Gefahr einer Überforderung ist hoch.
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- **Problem**: Herr L. wirkt instabil, zeigt Anzeichen von Überforderung und Desorientierung. Es bestehen Unsicherheiten im Umgang mit Behörden und bei der Organisation des Alltags. Erste Spannungen mit Angehörigen treten wieder auf. Ohne strukturierte Unterstützung droht eine erneute Kriseneskalation mit stationärer Wiedereinweisung.
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- **Soziotherapeutische Rolle**: Aufgabe ist die kurzfristige Stabilisierung im häuslichen Umfeld, die Koordination notwendiger Schritte mit Behörden und Diensten sowie die Entlastung von Patient und Angehörigen. Der Soziotherapeut fungiert als Lotsenperson, die Versorgungsschritte übersetzt und Prioritäten setzt, um Überforderung zu vermeiden.
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### Beispiel-Therapieplan (Fall 3)
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| Bereich | Inhalt |
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| **Übergeordnetes Ziel** | Vermeidung einer erneuten stationären Einweisung durch akute Stabilisierung und Sicherstellung der ambulanten Weiterbehandlung |
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| **Teilziele** | 1. Strukturierung der ersten vier Wochen nach Entlassung (Terminorganisation, behördliche Anträge)<br>2. Entlastung und Einbindung der Angehörigen in die Nachsorge<br>3. Aufbau einer Krisenprävention (Erkennen und Handeln bei Frühwarnzeichen) |
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| **Maßnahmen** | - Sofortige aufsuchende Kontakte (mindestens zweimal pro Woche in den ersten vier Wochen)<br>- Netzwerkgespräche mit Angehörigen zur Rollenklärung und Unterstützung<br>- Enge Abstimmung mit dem verordnenden Arzt und ggf. Psychotherapeutin<br>- Unterstützung bei Anträgen und Behördenkontakten (z. B. Krankengeld, Wohngeld, Sozialamt), stets mit Bezug zur Sicherung der kontinuierlichen medizinisch-psychotherapeutischen Behandlung<br>- Gemeinsame Erstellung eines Notfallplans (Krisennummern, Handlungsabfolge) |
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| **Methoden** | Krisenintervention nach systemischem Ansatz<br>Strukturierende Gesprächsführung zur Reduktion von Überforderung<br>Ressourcenaktivierung durch Einbeziehung von Angehörigen und Alltagsressourcen |
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| **Evaluation** | Erste Überprüfung nach vier Wochen, Anpassung der Maßnahmen je nach Stabilität<br>Schriftliche Rückmeldung an den verordnenden Arzt zur Dokumentation<br>Fortschrittsbewertung anhand von Terminwahrnehmung, Behördenkontakten und Belastungssymptomatik |
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**Was sieht die Praxis?**
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- Poststationäre **Überforderung**, viele ungeklärte To-dos (Ämter, Wiedereingliederung, Wohnsituation).
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- **Angehörigenkonflikte**, unsichere Rollen, drohende Eskalation.
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- Hoher Bedarf an **Lotsenfunktion** zwischen Sektoren.
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**Überweisen, wenn …**
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- Entlassung aus stationärer Behandlung **ohne** belastbares Nachsorge-Setting **oder**
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- wiederholte **Krisenkontakte** binnen 4 Wochen **oder**
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- fehlende **Behörden-/Versorgungskoordination**.
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**Outcome-Kennzahlen (Monitoring)**
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- Erledigte Nachsorge-To-dos in 4 Wochen (Ziel: **≥ 80 %**).
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- Anzahl Krisenkontakte/Monat (Ziel: **↓ deutliche Reduktion**).
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- Stationäre Wiedereinweisungen im Quartal (Ziel: **0**).
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- **NUTZEN für Ihre Praxis**: Strukturierte Krisen- und Übergangsbegleitung entlastet die Sprechstunde; stationäre Wiedereinweisungen werden wahrscheinlicher vermieden.
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#Soziotherapie #Fallvignetten #Therapieplan #Kooperation #Praxisalltag #Psychiatrie #Psychotherapie #Versorgung
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author: Jochen Hanisch-Johannsen
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author: Jochen Hanisch-Johannsen
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title: Rahmenbedingungen der Soziotherapie
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title: Rahmenbedingungen der Soziotherapie
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Repository: https://git.jochen-hanisch.de/Professionelle-Praxis/Professionelle-Praxis
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Repository: https://git.jochen-hanisch.de/jochen-hanisch/Professionelle-Praxis
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created: 2025-08-30
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updated: 2025-08-30
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publish: true
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@ -19,7 +19,7 @@ created: 30.8.2025 | [updated](https://git.jochen-hanisch.de/jochen-hanisch/Prof
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**Rahmenbedingungen der Soziotherapie**
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**Rahmenbedingungen der Soziotherapie**
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Diese Übersicht stellt die Rahmenbedingungen der Soziotherapie praxisnah und prägnant dar. Sie richtet sich an interessierte Kooperationspartner:innen (Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen, Praxen) und vermittelt anschaulich, wie Soziotherapie die therapeutische Arbeit wirkungsvoll ergänzt, Patient:innen stabilisiert und die Versorgung insgesamt entlastet.
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Diese Übersicht stellt die Rahmenbedingungen der Soziotherapie praxisnah und prägnant dar. Sie richtet sich an interessierte Kooperationspartner:innen (Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen, Praxen) und vermittelt anschaulich, wie Soziotherapie die therapeutische Arbeit wirkungsvoll ergänzt, Patient:innen stabilisiert und die Versorgung insgesamt entlastet.
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> [!abstract] Kurzfassung – in 3 Punkten
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> [!abstract] Kurzfassung – in 3 Punkten
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>- **Für wen?** Schwer psychisch erkrankte Patient:innen mit deutlichen Fähigkeitsstörungen (Orientierung: GAF ≤ 40, in Einzelfällen bis 50; § 2 ST-RL).
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>- **Für wen?** Schwer psychisch erkrankte Patient:innen mit deutlichen Fähigkeitsstörungen (Orientierung: GAF ≤ 40, in Einzelfällen bis 50; § 2 ST-RL).
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Soziotherapie ist gesetzlich verankerter Versorgungsbaustein nach § 37a SGB V für schwer psychisch Erkrankte.
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Soziotherapie ist gesetzlich verankerter Versorgungsbaustein nach § 37a SGB V für schwer psychisch Erkrankte.
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Sie bildet die Brücke zwischen medizinischer Behandlung und dem alltäglichen Leben der Patient:innen, indem sie Struktur, Begleitung und Koordination sicherstellt.
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Sie bildet die Brücke zwischen medizinischer Behandlung und dem alltäglichen Leben der Patient:innen, indem sie Struktur, Begleitung und Koordination sicherstellt.
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Für Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen bedeutet dies: weniger Therapieabbrüche, verlässlichere Patient:innen in der Praxis und Konzentration auf eigentliche psychotherapeutische und medizinische Arbeit.
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Für Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen bedeutet dies: weniger Therapieabbrüche, verlässlichere Patient:innen in der Praxis und Konzentration auf eigentliche psychotherapeutische und medizinische Arbeit.
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Soziotherapie stärkt und sichert bestehende Behandlungsstrukturen ab und steigert die Wirksamkeit der ambulanten Versorgung.
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Soziotherapie stärkt und sichert bestehende Behandlungsstrukturen (siehe [[Fallvignetten Soziotherapie]]) ab und steigert die Wirksamkeit der ambulanten Versorgung.
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# Quelle(n)
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Reference in New Issue
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