Elementarzeit: Einleitung hinzugefügt

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2025-06-22 19:05:35 +02:00
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@ -3,7 +3,7 @@ author: Jochen Hanisch
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- Zeitstruktur - Zeitstruktur
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createdt: 21.6.2025 | [updated](https://git.jochen-hanisch.de/research/systemtheorie/): 22.7.2025 | [publishd](): | [[Hinweise]]
# Einleitung
Die vorliegende Theorie der Elementarzeit ist das Ergebnis eines erkenntnistheoretisch fundierten, systemisch-konstruktiven Erkenntnisinteresses. Sie geht von der Prämisse aus, dass Zeit nicht als gegebene Entität, nicht als transzendentale Kategorie und nicht als objektiv messbare Größe verstanden werden kann, sondern als emergente Struktur innerhalb operierender Systeme. Im Zentrum stehen die drei [[Elementaroperationen]] Feedback, Reflexion und Re-entry, deren gerichtete Kopplung über Inversion und Re-Inversion die minimale Bedingung für die Genese zeitlicher Ordnungsformen darstellt.
Diese Konzeption ist kein physikalisches Modell, keine phänomenologische Beschreibung und keine sozialkonstruktivistische These sie ist ein strukturtheoretischer Vorschlag zur Beantwortung der Frage, was Zeit ist. Zeit erscheint hier nicht als Container, Medium oder Fluss, sondern als *Ergebnis* von Übergängen zwischen qualitativ unterschiedlichen Zuständen. Das Modell erhebt den Anspruch, klassische Zeitbegriffe (z.B. Raumzeit, Entropiezeit, Chronologie, subjektives Zeiterleben) nicht zu ersetzen, sondern sie auf eine gemeinsame strukturelle Grundlage rückführbar zu machen.
Mein erkenntnistheoretisches Interesse zielt dabei nicht auf ontologische Sicherheiten, sondern auf die Rekonstruktion epistemischer Prozesse: Wie wird aus Differenz Ordnung? Wie aus Operationen Struktur? Und wie entsteht aus Übergängen eine gerichtete Zeitrelation, innerhalb derer Systeme Erfahrung, Erwartung und Emergenz organisieren können? Die Theorie der Elementarzeit versteht sich in diesem Sinne als epistemische Tiefenstruktur, die nicht hinter die Erscheinung, sondern unter ihre Bedingungen blickt.
Sie richtet sich gleichermaßen an Theoretiker:innen in Physik, Philosophie, Sozial- und Bildungswissenschaft wie an Praktiker:innen, die mit zeitstrukturierten Prozessen arbeiten, wie etwa in Organisation, Bildung, Technik oder KI. Ihr Ziel ist es nicht, eine weitere Zeitdefinition zu liefern, sondern die Möglichkeit *aller* Zeitdefinitionen verständlich zu machen.
Die folgende Arbeit entfaltet diesen Ansatz in sechs Schritten: von der Definition über theoretische Herleitung, exemplarische Rekonstruktion und systematische Folgerungen bis hin zur kritischen Reflexion. Der Text ist theoriegeleitet, systematisch verschränkt und lädt zur interdisziplinären Weiterentwicklung ein. Seine Stärke liegt nicht in der Einfachheit, sondern in der strukturellen Konsistenz eines Denkens, das sich seiner eigenen epistemischen Bedingungen bewusst ist und sie offenlegt.
# 1 Definition # 1 Definition
Elementarzeit ist eine aus der zyklisch-gerichteten Abfolge der [[Elementaroperationen]] Feedback, Reflexion und Re-entry emergierende Struktur, die durch die Übergänge Inversion und Re-Inversion ihre Richtung und Differenzierung erhält. Sie fungiert als operativer Ordnungsrahmen und bildet die generative Bedingung für die Zeitkonstruktion physikalischer, chemischer, biologischer, lebender, psychischer, sozialer und emergenter Systeme. Elementarzeit ist eine aus der zyklisch-gerichteten Abfolge der [[Elementaroperationen]] Feedback, Reflexion und Re-entry emergierende Struktur, die durch die Übergänge Inversion und Re-Inversion ihre Richtung und Differenzierung erhält. Sie fungiert als operativer Ordnungsrahmen und bildet die generative Bedingung für die Zeitkonstruktion physikalischer, chemischer, biologischer, lebender, psychischer, sozialer und emergenter Systeme.