--- title: Stabilitätsfunktion S(c) created: 2025-04-23 publish: false GPT: true tags: - Begriff - Fibonacci - Systemtheorie - Elementaroperationen status: post publishd: 2025-06-17 --- # Einleitung Der Systemische Möglichkeitsraum $V$ bezeichnet die Gesamtheit aller dynamisch realisierbaren Zustände eines Systems, die aus der Rekursionsstruktur des [[Elementarraum]]s hervorgehen. Im Gegensatz zum ontologischen [[Elementarraum]], der die generativen Bedingungen eines Systems beschreibt, fokussiert $V$ auf die konkrete Ausgestaltung dieser Dynamik unter Variation, Störung und Kopplung. Er ist damit kein rein mathematischer Zustandsraum, sondern ein topologisch-strukturierter Möglichkeitsraum, der sich aus der Systemperspektive als raumzeitliches Ausdrucksfeld emergenter Systemverläufe begreifen lässt. # Definition > Der Systemische Möglichkeitsraum $V$ ist die Gesamtheit aller möglichen Trajektorien $T(c, t)$, die ein rekursives System durchläuft, wenn seine Parameter $c \in \mathbb{C}$ im [[Elementarraum]] variiert werden. Er enthält sowohl stabile als auch instabile, emergente wie chaotische Verläufe und bildet damit das spektrale Ausdrucksfeld systemischer Variation. Formal: $$ V = \left\{ T(c, t) \mid z_{n+1} = f(z_n, c),\; c \in \mathbb{C},\; n \leq \text{max\_iter} \right\} $$ # Herleitung aus dem [[H-Fibonacci-Fraktalmodell]] Im [[H-Fibonacci-Fraktalmodell]] (HFFM) wird der Raum $V$ operationalisiert durch: - die Simulation dynamischer Verläufe im rekursiven [[Elementarraum]], - die Berechnung der **Systemintelligenz** $V(t)$ als normiertes Produkt der Elementaroperationen, - und die Bewertung über die [[Systemische Stabilitätsfunktion]] $S(c)$ in Relation zur normierten Fibonacci-Folge $\hat{F}_n$ (Mitchell, 2009; Kellert, 1993). Die wiederholte Simulation bei Variation von $c$ ergibt eine Punktwolke im Raum $(Re(c), Im(c), S(c))$ – aus der sich topologische Regionen, Dichtekerne und Emergenzplateaus ableiten lassen (vgl. Strogatz, 2018). # Funktion im Gesamtmodell Der Raum $V$ erfüllt eine verbindende Funktion zwischen [[Elementarraum]] und [[Systemintelligenz]]: - Der [[Elementarraum]] liefert die **rekursiven Operationsachsen** ($f$, $r$, $e$), - $V$ bildet die **möglichen Systemverläufe**, inklusive Variation und Differenzierung, - Die [[Systemische Stabilitätsfunktion]] $S(c)$ fungiert als **epistemisches Filtermaß** innerhalb $V$, - Die [[Systemintelligenz]] ist das **strukturierte Emergenzergebnis** aus $V$, das über $S(c)$ sichtbar wird. Damit ist $V$ nicht der Ort der Strukturgenese, sondern ihr **räumlich realisiertes Ausdrucksfeld** (Rheinberger, 2010). # Beispielhafte Anwendungen - **Trajektorienanalyse** mit zeitabhängigem $V(t)$ bei verschiedenen Archetypen - **Volumenberechnung** als Maß für Autopoiese - **Clusterbildung** (DBSCAN, HDBSCAN) zur Identifikation funktionaler Räume - **Färbung nach $S(c)$** zur Darstellung von Phasenübergängen - **Frequenzanalysen** als Ausdruck rhythmischer Differenzierung # Quelle(n) - Kellert, S. H. (1993). *In the Wake of Chaos: Unpredictable Order in Dynamical Systems*. University of Chicago Press. - Mitchell, M. (2009). *Complexity: A Guided Tour*. Oxford University Press. - Rheinberger, H.-J. (2010). *Epistemologie des Konkreten*. Suhrkamp. - Strogatz, S. H. (2018). *Nonlinear Dynamics and Chaos*. CRC Press.