--- author: Jochen Hanisch title: Forschungsfrage und Operationalisierung created: 2024-10-02 updated: 2024-10-02 tags: - Wissenschaftstheorie - "#Forschung" - "#Bildungsforschung" - "#Lernsoftware" - "#Didaktik" - "#Lernmethoden" - "#Forschungsdesign" - "#Operationalisierung" - Empirie project: Wirkgefüge im digitalen Bildungsraum type: - Methodische Notiz status: in-progress publish: false --- # 1 Syntax Eine klare Forschungsfrage setzt sich aus verschiedenen **operationalisierbaren Elementen** zusammen, die in der Planung und Durchführung einer empirischen Studie definiert werden müssen. Folgende Aspekte sind zentral: 1. **Zentraler Begriff**[^1]: Der Begriff, der das zentrale Konstrukt der Forschungsfrage bildet und konkretisiert werden muss. 2. **Zielgruppe**[^2]: Die spezifische Gruppe von Personen, die in der Forschung untersucht wird. 3. **Kontext**[^3]: Der situative Rahmen, in dem die Forschungsfrage gestellt wird und der Einfluss auf die Interpretation der Ergebnisse hat. 4. **Medienprodukt oder Tool**[^4]: Ein spezifisches Werkzeug, eine Methode oder ein Medium, das in der Untersuchung genutzt wird. 5. **Ziel / Zweck**[^5]: Das übergeordnete Ziel oder der Zweck der Untersuchung, der den praktischen Nutzen der Studie beschreibt. Diese Struktur stellt sicher, dass jede Forschungsfrage **präzise**, **replizierbar** und **verständlich** ist. # 2 Beispiel Ein Beispiel für eine klar formulierte Forschungsfrage könnte folgendermaßen aussehen: > Inwieweit **akzeptieren**[^1] **Studierende des Master-Studiengangs eEducation**[^2] **im Kontext der Fernlehre**[^3] **ein digitales Quiz in Form des Tools „Bildungsduell“**[^4], **um die Auseinandersetzung mit den Studienbriefen**[^5]? - **Zentraler Begriff**[^1]: *Akzeptanz*. Hier wird der Fokus auf das Akzeptanzkonstrukt gelegt, das durch geeignete Items gemessen wird. - **Zielgruppe**[^2]: *Studierende des Master-Studiengangs eEducation*. Diese Spezifikation ermöglicht eine genaue Zielgruppenansprache und gezielte Auswertung der Ergebnisse. - **Kontext**[^3]: *Fernlehre*. Der Kontext definiert die besonderen Bedingungen, unter denen das Verhalten beobachtet wird. - **Medienprodukt oder Tool**[^4]: *Digitales Quiz „Bildungsduell“*. Der Einsatz eines spezifischen Tools stellt sicher, dass die Ergebnisse auf ein klar umrissenes Medium bezogen sind. - **Ziel / Zweck**[^5]: *Auseinandersetzung mit den Studienbriefen*. Das Ziel wird hier definiert als aktive und reflektierte Beschäftigung mit den Studieninhalten. # 3 Anmerkungen - Persönliche Daten sollen nur dann erhoben werden, wenn sie für die Forschungsfrage relevant sind und zur Beantwortung der Fragestellung beitragen. - Die Operationalisierung jedes Begriffs muss **eindeutig** und **nachvollziehbar** sein, um die Validität der Studie sicherzustellen. - Für jede definierte Variable sind geeignete **Messinstrumente** und **Skalen** zu wählen, die den jeweiligen Gütekriterien (Objektivität, Validität, Reliabilität) entsprechen. [^1]: **Zentraler Begriff**: Der Kernbegriff, um den die Forschungsfrage kreist und der untersucht wird. Der Begriff muss präzise definiert und theoretisch verankert sein. [^2]: **Zielgruppe**: Die spezifische Gruppe, die in der Forschungsfrage betrachtet wird. Dies kann nach demographischen, sozialen oder professionellen Merkmalen spezifiziert werden. [^3]: **Kontext**: Der Rahmen, in dem die Forschungsfrage gestellt wird (z. B. Bildungsbereich, beruflicher Kontext). Der Kontext beeinflusst die Interpretation und Generalisierbarkeit der Ergebnisse. [^4]: **Medienprodukt oder Tool**: Das spezifische Produkt, Werkzeug oder Medium, das in der Forschung eingesetzt wird. Dies kann eine digitale Anwendung, eine Methode oder ein technisches Hilfsmittel sein. [^5]: **Ziel / Zweck**: Der Zweck der Untersuchung, d. h. das übergeordnete Ziel, das durch die Forschungsfrage erreicht werden soll. Dies kann theoretisch (z. B. Modellbildung) oder praktisch (z. B. Verbesserung eines Trainingsprogramms) ausgerichtet sein.