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forschungsprojekte/Systemische Kompetenzentwicklung HRT/Archetypen der Lernenden in der Simulation.md

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Jochen Hanisch-Johannsen Archetypen der Lernenden in der Simulation 2024-10-14 2024-10-14 Wirkgefüge im digitalen Bildungsraum
Methodische Notiz

1 Archetypen der Lernenden

In der Simulation werden verschiedene Archetypen der Lernenden verwendet, die typischen Persönlichkeitsmustern entsprechen. Diese Archetypen basieren auf emotionalen Reaktionen auf Persönliche Ereignisse (PE) und modellieren die Bereitschaft zur Kompetenzentwicklung unter Unsicherheitsbedingungen. Die wissenschaftliche Basis dieser Charaktere stützt sich auf pädagogische, psychologische und systemtheoretische Konzepte (Bandura, 1997; Deci & Ryan, 1985; Luhmann, 1997).

2 Modellierung der Archetypen

2.1 Charakteristika der Archetypen

Faktor Standardlernender Pechvogel-Lernender (Donald Duck) Glückspilz-Lernender (Gunter Gans) Überambitionierter Lernender (Dagobert Duck) Zögerlicher Lernender (Schnecke Susi) Sozialer Lernender (Micky Maus) Kreativer Lernender (Daniel Düsentrieb) Pragmatischer Lernender (Klaas Klever)
Charakter Durchschnittlich motiviert, reagiert moderat auf PE Stark negativ beeinflusst von Rückschlägen, zeigt emotionale Instabilität Zeigt hohe emotionale Stabilität und positives Feedback auf PE Starker Ehrgeiz, reagiert extrem auf positive und negative PE Meidet Risiken und Herausforderungen, reagiert stark auf negative PE Stark sozial abhängig, zeigt hohe Lernbereitschaft in unterstützenden sozialen Kontexten Hohe Kreativität, sucht nach innovativen Problemlösungen, zeigt starkes Interesse an neuen Ansätzen Stark pragmatisch, orientiert sich an direktem Nutzen und praktischen Lösungen
Bereitschafts-Standardabweichung 0.3 0.7 0.2 0.6 0.8 0.4 0.5 0.3
PFE (Pers. Fehlschlag extern) 0.1 0.2 0.05 0.15 0.25 0.05 0.1 0.05
PLE (Pers. Leistungseinbruch) 0.08 0.15 0.05 0.2 0.2 0.05 0.05 0.05
PFV (Pers. Fortschritt variabel) 0.15 0.1 0.15 0.2 0.1 0.15 0.2 0.15
PGV (Pers. Großereignis variabel) 0.1 0.1 0.1 0.15 0.1 0.15 0.15 0.1
PSE (Pers. Stabilitätserfolg) 0.2 0.1 0.25 0.3 0.05 0.2 0.1 0.15
PEE (Pers. Erfolg extern) 0.05 0.05 0.1 0.05 0.03 0.1 0.05 0.1
Erklärung Reagiert moderat auf PE, zeigt durchschnittliche Lernbereitschaft und konstante Kompetenzentwicklung Stark von negativen Ereignissen beeinflusst, zeigt emotionale Instabilität, benötigt intensive Unterstützung Zeigt hohe emotionale Stabilität und profitiert stark von positiven Ereignissen, selten von Rückschlägen betroffen Zeigt starke Schwankungen zwischen Ehrgeiz und Rückschlägen, benötigt positive PE, um motiviert zu bleiben Meidet Herausforderungen und zeigt sehr stark negative Reaktionen auf Rückschläge, benötigt starke emotionale Unterstützung Hohe soziale Abhängigkeit, profitiert von positiven PE im sozialen Kontext, reagiert stark auf soziale Bestätigung Kreativer Problemlöser, der stark auf innovative Aufgaben anspricht, verliert bei Routine schnell Interesse Reagiert besonders auf praktische Fortschritte und konkreten Nutzen, zeigt konstante, pragmatische Lernbereitschaft

3 Wissenschaftliche Basis und Quellen

Die oben dargestellten Archetypen basieren auf fundierten Konzepten aus der Bildungsforschung, Psychologie und Systemtheorie. Verschiedene Theorien, wie die Selbstbestimmungstheorie von Deci & Ryan (1985), die Selbstwirksamkeitstheorie von Bandura (1997) und systemische Ansätze von Luhmann (1997), bilden die Grundlage für das Verständnis von Lernprozessen und der Einflussnahme durch persönliche Ereignisse.

Quellen (APA 7th Edition)

  • Bandura, A. (1997). Self-Efficacy: The Exercise of Control. W.H. Freeman.
  • Deci, E. L., & Ryan, R. M. (1985). Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior. Plenum Press.
  • Luhmann, N. (1997). Die Gesellschaft der Gesellschaft. Suhrkamp Verlag.