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forschungsprojekte/Grundsymbole/Hypothesen Grundsymbole.md

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## **Herleitung der Hypothese**
### 1 Forschungsinteresse
Das zentrale Interesse der Untersuchung lautet, ob die acht [[Grundsymbole]] als universelle Repräsentationen fundamentaler Prinzipien angenommen und unabhängig von kulturellen, individuellen sowie situativen Einflüssen wahrgenommen und interpretiert werden können?
### 2 Bezug zur Definition
![[Grundsymbole#^Definition-Grundsymbol]]
### **3. Theoretische Grundlage**
#### **3.1 Universalität der Wahrnehmung**
Die menschliche Wahrnehmung basiert auf biologischen Konstanten, die kultur- und kontextübergreifend sind. Sensorische Modalitäten wie Sehen, Hören oder Berühren ermöglichen die Wahrnehmung natürlicher Phänomene wie Wasser, Wind oder Licht.
**Bezug zur Hypothese:**
- Natürliche Phänomene wie fließendes Wasser oder Mondphasen sind global präsent und werden durch universelle sensorische Mechanismen erkannt.
- Wahrnehmungsprozesse sind im Gehirn verankert und aktivieren emotionale und kognitive Reaktionen, die auf archetypischen Erfahrungen beruhen (Jung, 1964).
#### **3.2 Symbolik und Archetypen**
Symbole haben eine universelle Dimension, da sie auf archetypischen Erfahrungen basieren, die tief im kollektiven Unbewussten verankert sind (Jung, 1964). Diese Archetypen werden durch natürliche Phänomene aktiviert und sind kulturübergreifend ähnlich.
**Bezug zur Hypothese:**
- Symbole wie fließendes Wasser oder Baumringe können universelle Bedeutungen wie Regeneration oder Wachstum repräsentieren.
- Ihre Interpretation erfolgt intuitiv und basiert auf universellen menschlichen Erfahrungen mit der Natur.
#### **3.3 Einfluss kultureller Prägung**
Während die Wahrnehmung natürlicher Phänomene universell ist, können kulturelle Prägungen die Nuancen der Interpretation beeinflussen. So können Symbole wie das Spinnennetz in einer Kultur positiv (Verbindung) und in einer anderen negativ (Ekel) konnotiert sein.
**Bezug zur Hypothese:**
- Die Grundbedeutung der Symbole bleibt trotz kultureller Nuancen erhalten.
- Unterschiede in der Interpretation entstehen durch sekundäre, kulturell bedingte Bedeutungszuweisungen, ohne die universelle Wahrnehmung zu verändern.
#### **3.4 Systemischer Ansatz**
Grundsymbole wirken in verschiedenen Systemen (z. B. lebend, psychisch, sozial, emergent) und entfalten dort spezifische Bedeutungen. Ihre universelle Wahrnehmbarkeit ermöglicht eine gemeinsame symbolische Kommunikation, die die Stabilität von Systemen unterstützt (Luhmann, 1984).
**Bezug zur Hypothese:**
- Symbole wie fließendes Wasser oder Mondphasen können in unterschiedlichen Kontexten (z. B. biologisch oder sozial) ähnliche Grundprinzipien repräsentieren.
- Ihre universelle Symbolik dient als Grundlage für die Stabilisierung von Kommunikationsprozessen.
## 4 Bisherige empirische Beobachtungen
Qualitative und explorative Ergebnisse aus Gruppendiskussionen und Interviews zeigen erste Hinweise auf die Universalität der Grundsymbole:
![[Quasi-Exploration Grundsymbole#5 Zwischenfazit]]
Auch bei Einbezug der Limitierung, dass die [[Quasi-Exploration Grundsymbole]] keine repräsentative Aussagekraft besitzt, können dennoch erste Hinweise auf die Existenz von universell gültigen Grundsymbolen abgeleitet werden.
## 5 Herleitung der Hypothese
Basierend auf den theoretischen Grundlagen und bisherigen Beobachtungen ergibt sich folgende Hypothese:
**Alternativhypothese (H₁):**
*„Die acht Grundsymbole repräsentieren universelle Prinzipien, die unabhängig von kulturellen, individuellen sowie situativen Einflüssen wahrgenommen und interpretiert werden können.“*^h1-Grundsymbole
**Nullhypothese (H₀):**
*„Die acht Grundsymbole repräsentieren keine universellen Prinzipien, sondern werden kulturell, individuell oder situativ unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert.“*^h0-Grundsymbole
## 6 Begründung der Hypothese
1. **Biologische Konstanz der Wahrnehmung**
- Die Wahrnehmung natürlicher Phänomene erfolgt durch universelle sensorische Mechanismen, die kulturunabhängig sind.
2. **Archetypische Symbolik**
- Natürliche Phänomene aktivieren archetypische Symbole, die kulturübergreifend ähnliche Grundbedeutungen haben.
3. **Unabhängigkeit von Kultur**
- Die Grundbedeutung der Symbole bleibt auch bei kulturellen Unterschieden erhalten, da diese auf universellen Erfahrungen beruhen.
4. **Systemische Anpassung**
- Die Symbole entfalten ihre Bedeutung auf verschiedenen Systemebenen (z. B. psychisch, sozial), ohne ihre universelle Basis zu verlieren.
## 7 Operationalisierung der Hypothese
### 7.1 Variablen
- **Unabhängige Variable:** Die acht Grundsymbole (z. B. fließendes Wasser, Spinnennetz).
- **Abhängige Variablen:**
1. Wahrnehmung der Symbole (z. B. spontanes Erkennen natürlicher Phänomene).
2. Interpretation der Symbole (z. B. Zuordnung zu Konzepten wie „Regeneration“ oder „Verbindung“).
3. Kulturelle Einflüsse (z. B. durch offene Fragen erfasst).
### 7.2 Methodik
- Kombination aus offenen und geschlossenen Fragen im Fragebogen.
- Internationale Verbreitung, um interkulturelle Unterschiede zu analysieren.
- **Quantitative Analyse:**
- Likert-Skalen zur Messung der Passung von Konzepten zu den Grundsymbolen.
- **Qualitative Analyse:**
- Inhaltsanalyse spontaner Assoziationen zur Identifikation von universellen und kulturell spezifischen Interpretationen.
## 8 Erwartete Ergebnisse
1. **Universelle Wahrnehmung**
- Die Symbole werden weltweit als Teil natürlicher Phänomene erkannt.
2. **Kulturelle Nuancen**
- Kulturelle Unterschiede beeinflussen die Nuancen der Interpretation, ohne die universelle Grundbedeutung der Symbole zu verändern.
3. **Konsistenz der Konzepte**
- Symbole wie fließendes Wasser (Regeneration) oder Baumringe (Wachstum) zeigen hohe Übereinstimmungen in der Zuordnung zu Konzepten.