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| Stabilitätsfunktion S(c) | 2025-04-23 | false | true |
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post | 2025-06-17 |
Einleitung
Der Systemische Möglichkeitsraum V bezeichnet die Gesamtheit aller dynamisch realisierbaren Zustände eines Systems, die aus der Rekursionsstruktur des Elementarraums hervorgehen. Im Gegensatz zum ontologischen Elementarraum, der die generativen Bedingungen eines Systems beschreibt, fokussiert V auf die konkrete Ausgestaltung dieser Dynamik unter Variation, Störung und Kopplung.
Er ist damit kein rein mathematischer Zustandsraum, sondern ein topologisch-strukturierter Möglichkeitsraum, der sich aus der Systemperspektive als raumzeitliches Ausdrucksfeld emergenter Systemverläufe begreifen lässt.
Definition
Der Systemische Möglichkeitsraum
Vist die Gesamtheit aller möglichen TrajektorienT(c, t), die ein rekursives System durchläuft, wenn seine Parameterc \in \mathbb{C}im Elementarraum variiert werden. Er enthält sowohl stabile als auch instabile, emergente wie chaotische Verläufe und bildet damit das spektrale Ausdrucksfeld systemischer Variation.
Formal:
V = \left\{ T(c, t) \mid z_{n+1} = f(z_n, c),\; c \in \mathbb{C},\; n \leq \text{max\_iter} \right\}
Herleitung aus dem H-Fibonacci-Fraktalmodell
Im H-Fibonacci-Fraktalmodell (HFFM) wird der Raum V operationalisiert durch:
- die Simulation dynamischer Verläufe im rekursiven Elementarraum,
- die Berechnung der Systemintelligenz
V(t)als normiertes Produkt der Elementaroperationen, - und die Bewertung über die Systemische Stabilitätsfunktion
S(c)in Relation zur normierten Fibonacci-Folge\hat{F}_n(Mitchell, 2009; Kellert, 1993).
Die wiederholte Simulation bei Variation von c ergibt eine Punktwolke im Raum (Re(c), Im(c), S(c)) – aus der sich topologische Regionen, Dichtekerne und Emergenzplateaus ableiten lassen (vgl. Strogatz, 2018).
Funktion im Gesamtmodell
Der Raum V erfüllt eine verbindende Funktion zwischen Elementarraum und Systemintelligenz:
- Der Elementarraum liefert die rekursiven Operationsachsen (
f,r,e), Vbildet die möglichen Systemverläufe, inklusive Variation und Differenzierung,- Die Systemische Stabilitätsfunktion
S(c)fungiert als epistemisches Filtermaß innerhalbV, - Die Systemintelligenz ist das strukturierte Emergenzergebnis aus
V, das überS(c)sichtbar wird.
Damit ist V nicht der Ort der Strukturgenese, sondern ihr räumlich realisiertes Ausdrucksfeld (Rheinberger, 2010).
Beispielhafte Anwendungen
- Trajektorienanalyse mit zeitabhängigem
V(t)bei verschiedenen Archetypen - Volumenberechnung als Maß für Autopoiese
- Clusterbildung (DBSCAN, HDBSCAN) zur Identifikation funktionaler Räume
- Färbung nach $S(c)$ zur Darstellung von Phasenübergängen
- Frequenzanalysen als Ausdruck rhythmischer Differenzierung
Quelle(n)
- Kellert, S. H. (1993). In the Wake of Chaos: Unpredictable Order in Dynamical Systems. University of Chicago Press.
- Mitchell, M. (2009). Complexity: A Guided Tour. Oxford University Press.
- Rheinberger, H.-J. (2010). Epistemologie des Konkreten. Suhrkamp.
- Strogatz, S. H. (2018). Nonlinear Dynamics and Chaos. CRC Press.