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author: Jochen Hanisch
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title: Wirkungsraum
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project:
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created: 2024-09-27
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updated: 2024-12-10
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publish: false
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publishd: 2024-11-26
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tags:
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- Begriff
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- Definition
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- Research
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- Wahrscheinlichkeitstheorie
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- Systemtheorie
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- Psychologie
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- Forschung
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- Bildungswissenschaft
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- Wirkungsraum
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status: published
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created: 27.09.2024 | updated: 26.11.2024 | published: 26.11.2024 | [[Hinweise]]
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# 1 Definition
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Der Wirkungsraum ist ein konzeptioneller Rahmen, der die Wahrscheinlichkeiten und Wechselwirkungen von Ereignissen innerhalb eines Systems beschreibt. Er dient zur präzisen Modellierung simultan auftretender positiver und negativer Effekte und bildet die mathematische Grundlage für die Berechnung von Gesamtwirkungen im System. Der Wirkungsraum stellt dabei nicht nur einen statischen Bereich dar, sondern ein dynamisches Modell, das die Interdependenzen und gegenseitigen Einflüsse zwischen verschiedenen Systemelementen berücksichtigt.
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Wahrscheinlichkeiten innerhalb des Wirkungsraums nehmen Werte zwischen -1 und +1 an, wobei positive Werte erwünschte Ereignisse und negative Werte unerwünschte Ereignisse repräsentieren. Der besondere Wert **0** repräsentiert eine neutrale Wirkung, bei der weder fördernde noch hemmende Einflüsse vorherrschen. Dies bedeutet, dass ein Ereignis, dessen Wahrscheinlichkeit im Wirkungsraum 0 beträgt, keine spürbare Wirkung auf das System ausübt oder eine Balance zwischen den positiven und negativen Effekten darstellt.
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# 2 Herleitung
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## 2.1 Mathematische Perspektive
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Der Wirkungsraum basiert auf der Erweiterung des klassischen [[Wahrscheinlichkeitsraum|Wahrscheinlichkeitsraumes]] durch negative Wahrscheinlichkeiten. Diese mathematische Erweiterung ermöglicht die Darstellung von Phänomenen wie Überlagerungen und gegenseitigen Hemmungen, die in klassischen Modellen nicht erfasst werden können. Negative Wahrscheinlichkeiten sind dabei keine Widersprüche, sondern Hilfsmittel, um komplexe Interaktionen, die gleichzeitig fördernde und hemmende Effekte zeigen, präzise zu modellieren.
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## 2.2 Systemische Perspektive
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Der Wirkungsraum wird als Struktur verwendet, um die simultanen Effekte in biologischen, psychischen und sozialen Systemen abzubilden. In diesen Systemen treten häufig gleichzeitige positive und negative Einflüsse auf, die das Verhalten beeinflussen und miteinander in Wechselwirkung treten. Durch die Verwendung des Wirkungsraums können diese simultanen Effekte, wie Ambivalenzen, [[Konfliktmechanismen]] oder [[Rückkopplungsschleifen]], adäquat beschrieben werden.
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## 2.3 Anwendungsbezogene Perspektive
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Der Wirkungsraum eignet sich für die Modellierung komplexer Prozesse, bei denen positive und negative Effekte gleichzeitig auftreten und sich gegenseitig bedingen. Beispiele hierfür sind kognitive Dissonanzen in der Psychologie, Regulationsmechanismen in der Biologie oder sozial-ökologische Interaktionen in der Umweltwissenschaft. Durch die Erweiterung des Wahrscheinlichkeitsmodells können auch gegensätzliche Zustände, wie gleichzeitige Aktivierung und Hemmung in neuronalen Netzwerken, mathematisch präzise beschrieben werden.
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# 3 Folgerungen
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- **Abbildung simultaner Effekte**:
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Der Wirkungsraum ermöglicht eine realistische Darstellung simultan auftretender positiver und negativer Effekte, ohne diese Effekte als getrennte Ereignisse betrachten zu müssen. Dadurch wird eine integrierte Modellierung komplexer Systemverhalten möglich.
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- **Erweiterter Wertebereich**:
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Der Wertebereich von -1 bis +1 erlaubt die Darstellung der verschiedenen Intensitäten gleichzeitiger Wirkungen, wobei -1 maximale negative Effekte und +1 maximale positive Effekte repräsentieren. Der Wert 0 steht dabei für eine neutrale Wirkung, bei der hemmende und fördernde Einflüsse im Gleichgewicht stehen oder gänzlich fehlen. Der Übergang zwischen den Extremen beschreibt die Balance zwischen fördernden und hemmenden Einflüssen.
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- **Anwendung in interdisziplinären Kontexten**:
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Der Wirkungsraum bietet eine flexible Grundlage, um simultane positive und negative Wirkungen in Disziplinen wie Biologie, Psychologie und Sozialwissenschaften korrekt zu berechnen. Dieser Ansatz erlaubt eine präzise Modellierung von [[Systemdynamik|Systemdynamiken]], die klassisch durch lineare Modelle nicht abgebildet werden können.
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- **Erklärung komplexer Interaktionen**:
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Durch die Verwendung negativer Wahrscheinlichkeiten und die gleichzeitige Betrachtung von positiven und negativen Effekten wird eine differenzierte Beschreibung interaktiver Effekte ermöglicht. Diese Modellierungsmöglichkeit ist besonders nützlich für die Analyse von Systemen, in denen sowohl fördernde als auch hemmende Einflüsse in Wechselwirkung treten. Solche Effekte werden im Wirkungsraum als Nettoeffekte dargestellt, die die Balance zwischen hemmenden und fördernden Einflüssen verdeutlichen.
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# 4 Zusammenfassung
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Der Wirkungsraum bildet den konzeptionellen Rahmen, in dem simultane positive und negative Wahrscheinlichkeiten als repräsentative Werte für erwünschte und unerwünschte Ereignisse verwendet werden. Der Wertebereich von -1 bis +1 beschreibt die Intensität dieser Effekte. Der Wert 0 stellt dabei eine neutrale Zone dar, in der weder fördernde noch hemmende Einflüsse vorherrschen. Der Wirkungsraum dient als präzises Modell zur Abbildung komplexer Interaktionen innerhalb eines Systems und ermöglicht die Berechnung von Gesamtwirkungen, indem fördernde und hemmende Einflüsse simultan betrachtet werden. Dieses Modell wird in Disziplinen wie Biologie, Psychologie und Sozialwissenschaften eingesetzt, um dynamische und gleichzeitige Wirkungen abzubilden und das Gesamtverhalten des Systems zu analysieren.
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# Quelle(n)
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- Haag, R. (1953). Über die Objektivierbarkeit der Zustände in der nichtrelativistischen Quantenmechanik. Zeitschrift für Naturforschung A, 8(2), 85–92.
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- Luhmann, N. (1997). Die Gesellschaft der Gesellschaft. Suhrkamp.
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- Angulo, R. E., Palacios, D. H., & Liao, L. (2024). Experimental evidence that a photon can spend a negative amount of time in a medium. Physical Review Letters, 128(14), 140402. https://doi.org/10.1103/PhysRevLett.128.140402
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- Aad, G., Abbott, B., Abeling, K., Abicht, N. J., Abidi, S. H., Aboulhorma, A., Abramowicz, H., Abreu, H., Abulaiti, Y., Acharya, B. S., & Zwalinski, L. (2024). Observation of quantum entanglement with top quarks at the ATLAS detector. Nature, 633(8030), 542–547. https://doi.org/10.1038/s41586-024-07824-z
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#Begriff #Definition #Research #Wahrscheinlichkeitstheorie #Systemtheorie #Psychologie #Forschung #Bildungswissenschaft #Wirkungsraum |