4.2 KiB
author, title, created, updated, tags, project, type, priority, status, publish
| author | title | created | updated | tags | project | type | priority | status | publish | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jochen Hanisch-Johannsen | Operationalisierung und Forschungshypothesen | 2024-10-02 | 2024-10-02 |
|
Wirkgefüge im digitalen Bildungsraum |
|
hoch | in-progress | false |
1 Herleitung
Forschungshypothesen dürfen nur bei gesicherten empirischen Befunden oder etablierten Theorien formuliert werden. Sie müssen auf einem soliden theoretischen Fundament basieren, um deren Überprüfung und potenzielle Falsifizierung zu ermöglichen.
Forschungshypothesen dürfen nur dann formuliert werden, wenn sie durch gesicherte empirische Befunde gestützt werden (Döring & Bortz, 2016, S. 145).
2 Folgerungen
- Eine gut formulierte Forschungshypothese muss klar zwischen theoretischen Konstrukten und deren empirischen Indikatoren unterscheiden.
- Operationalisierung ist der Schlüssel zur Messbarkeit und Überprüfbarkeit der Hypothese.
- Die Struktur der Hypothese sollte die Beziehung zwischen unabhängigen und abhängigen Variablen präzise definieren.
3 Syntax
Jede Forschungshypothese sollte in ihre zentralen Bestandteile zerlegt werden, um eine klare und eindeutige Operationalisierung zu gewährleisten:
- Zentraler Begriff1 : Der Kernbegriff, der operationalisiert und gemessen wird (z. B. Nützlichkeit, Benutzerfreundlichkeit).
- Zielgruppe2 : Die betrachtete Gruppe, für die die Hypothese formuliert wird (z. B. Studierende, Berufstätige).
- Operation (Dimension)3 : Die Dimension, die in der Hypothese untersucht wird (z. B. Wahrnehmung der Benutzerfreundlichkeit).
- Medienprodukt oder Tool4 : Das spezifische Produkt oder Werkzeug, das eingesetzt wird (z. B. digitales Quiz, Lernplattform).
- Indikator5 : Der messbare Effekt, der zur Überprüfung der Hypothese dient (z. B. Akzeptanz).
4 Beispiele
Beispielhypothesen
- H1: Je höher die Nützlichkeit1 des Tools „Bildungsduell“ wahrgenommen wird, umso höher ist die Akzeptanz5 der Studierenden.
- H2: Je höher die Benutzerfreundlichkeit1 des Tools „Bildungsduell“ eingeschätzt wird, desto höher ist die Akzeptanz5 der Studierenden.
Diese Beispiele illustrieren den Zusammenhang zwischen einem unabhängigen Konstrukt (z. B. Benutzerfreundlichkeit) und einem abhängigen Konstrukt (Akzeptanz).
5 Hierarchie der Operationalisierung
Eine sinnvolle Operationalisierung folgt einer klaren Hierarchie:
- Theoretischer Begriff1 : Z. B. Benutzerfreundlichkeit.
- Dimension3 : Ein spezifischer Aspekt des Konstrukts (z. B. Einfachheit der Bedienung).
- Indikator5 : Ein messbarer Effekt, der die Dimension erfasst (z. B. Bewertung der Usability auf einer Skala).
- Item: Einzelne Aussagen oder Fragen, die zur Messung des Indikators dienen. Mindestens fünf Items pro Dimension sind erforderlich, um die interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) zu berechnen.
6 Anmerkungen
- Gibt es bereits einen validierten Fragebogen für die zu messenden Konstrukte?
- Sind die Items verständlich und eindeutig formuliert?
- Wie hoch ist die Inhaltsvalidität der verwendeten Items?
- Ist der Fragebogen so strukturiert, dass er die theoretischen Begriffe und ihre Dimensionen präzise erfasst?
- Besteht eine ausreichende Reliabilität und Validität der Messinstrumente?
-
Zentraler Begriff: Der Kernbegriff, um den die Hypothese kreist und der untersucht wird (z. B. Nützlichkeit, Benutzerfreundlichkeit). ↩︎
-
Zielgruppe: Die spezifische Gruppe, die in der Hypothese betrachtet wird (z. B. Studierende, Lehrer, Berufstätige). ↩︎
-
Operation (Dimension): Die Dimension, auf die sich die Hypothese bezieht (z. B. Kontext der Fernlehre, Wahrnehmung der Nützlichkeit). ↩︎
-
Medienprodukt oder Tool: Das spezifische Produkt oder Werkzeug, das in der Untersuchung eingesetzt wird (z. B. digitales Quiz, Lernplattform). ↩︎
-
Indikator der Hypothese: Der empirische Effekt, der die Hypothese bestätigt (z. B. Akzeptanz der Studierenden, Motivation, Engagement). ↩︎